Geschichte Familiennamen

Allgemeine Herkunft der Familiennamen im deutschsprachigen Europa

Bevor es in Städte gab, genügte dem Menschen ein Rufname. Auf dem Hof oder im Dorf waren mehrere gleiche Vornamen selten oder wurden nicht zum Problem.

Als sich jedoch ab dem 11. Jahrhundet die Siedlungsform der Städte entwickelte, lebten auf einmal zahlreiche Menschen mit demselben Rufnamen zusammen. Bevölkerungswachstum, Fernhandel und die Vorliebe für bestimmte Namen kamen dazu. Es kam zu Verwechslungen und Unklarheiten. Diesen begenete man auf verschiedene Arten:

  • Im germansichen Raum verwendete man den Rufnamen in Kombination mit Vatername, Grossvatername etc. um Sippenzusammengehörigkeit zu zeigen.
  • Bei Unklarheiten nannte man Personen präziser: Hans der Müller, Olaf der Rote, Peter der Kleine, Karl vom Tobel, Adalbert der Hässige. Aus solchen Namenszusätzen entwickelten sich zahlreiche Familiennamen.
  • Das Verwenden von Familiennamen über Generationen hatte in Oberitalien bereits eine längere Tradition gehabt. Es verbreitete sich zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert über Italien und Frankreich allmählich in den südgermanischen Raum; beginnend in den rheinischen Städten.

Diese Elemente flossen in der sich allmählich verbreitenden Verwendung von Familiennamen zusammen. Diese geschah zuerst in der adeligen und städischen Bevölkerung, erst später in der ländlichen, abgelegenen und bäuerlichen. Endgültig abgeschlossen war die Verbreitung der Verwendung von Familiennamen in Europa erst im 17./18. Jahrhundert.

Viele Familiennamen lassen ihre Namensherkunft direkt ersehen:
Beruf: Müller, Weber, Holzer, Küffer, Jäger, Gerber, Schmid, Fischer, Ritter, Senn
äusseres Merkmal: Gross, Roth, Dürr, Dick, Ruch
Charaktermerkmal Grob, Hässig, Keck
Herkunft: Schweizer, Freiburghaus, Jaberg, Abplanalp, Frick, Mühlethaler

Viele Familiennamen lassen allerdings keinen direkten Schluss auf ihre Herkunft zu.

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